Ziel: „Einmal auf dem Rad geblitzt werden“
Geschrieben von: Jochen Brünner, Delmenhorster Kreisblatt   
Freitag, den 25. Juli 2008

Gantermobil: Platz für sieben Personen

Ganderkesee (job). Die Promi-Runde, die Timo Vetter, Eigentümer des „Gantermobils“, zur Probefahrt geladen hatte, war eindrucksvoll: Die SPD-Politiker Axel Brammer und Christel Zießler, Parodist Markus Weise und Büttenabend-Regiechef Dirk Wieting gehörten zu den Mitfahrern auf dem siebensitzigen Fahrrad, die bei der Tour durch Ganderkesee zahlreich neugierige Blicke auf sich zogen.

Selbst als das Gefährt auf der Langen Straße ein veritables Verkehrshindernis darstellte, reagierten die meisten Autofahrer amüsiert. „Das Rad ist komplett zugelassen und von der Radwegpflicht befreit“, sagt Vetter. Beim gemeinsamen Treten (nur einer lenkt) bietet das Gantermobil reichlich kommunikatives Potenzial: Auf der Fahrt durch den Ort philosophiert Landtagsabgeordneter Axel Brammer darüber, wie tief die SPD noch sinken kann, die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler verrät ihr geheimes Zaziki-Rezept, und Dirk Wieting, Regiechef des Ganderkeseer Faschings, ist mit seinen Gedanken schon bei den Büttenabenden 2009.

Die Einsatzmöglichkeiten des Gefährts, das offiziell als „Conference-Bike“ firmiert, sind grenzenlos. Natürlich wird es gern für Geburtstagsausflüge oder kleine Grünkohl-Touren gebucht, aber auch spezielle Aktionen sind denkbar. So plant ein Anbieter etwa „Single-Biking“ mit je zwei Männern und Frauen und einem Moderator. Sogar Ehen sind auf dem ungewöhnlichen Fahrrad bereits geschlossen worden. „Keineswegs ist das Rad nur als Partyschleuder nutzbar“, sagt Vetter. Auch Behinderte (etwa Blinde), oder ältere Menschen könnten als Mitfahrer auf dem Gantermobil ein völlig neues Lebensgefühl erfahren.

Das ferrarirote Gefährt beschränkt sich auf eine gefühlte Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h. „Mein Ziel ist, einmal auf dem Fahrrad geblitzt zu werden“, sagt Vetter.




Zweifellos ein Hingucker auf Ganderkesees Straßen: Das Gantermobil, ein Fahrrad, auf dem sieben Personen Platz finden.
FOTO: Jochen Brünner