Im Kreis und per Pedal auf Touren
Geschrieben von: Lars Warnecke, Delme Report   
Sonntag, den 20. Juli 2008

Rollender Siebensitzer mit Beinkraftantrieb: Gantermobil ist neue Attraktion auf den Gemeindestraßen

Der Fahrtwind rauscht an den Ohren vorbei. Vor und neben dem Passagier sitzen noch sechs weitere Fahrgäste. Alle treten in die Pedale, um das Gantermobil durch den Ortskern zu bewegen.

Ganderkesee. Die Passanten im Ganderkeseer Ortskern sind ja einiges gewohnt: Pkw aller Art schieben sich dort tagtäglich durch den Straßenverkehr. Doch kaum ein anderes Gefährt erntet mehr Erstaunen als dieses Vehikel: Wer mit dem Gantermobil unterwegs ist, dem ist die Aufmerksamkeit sicher. Allein schon deshalb, weil das krakenähnliche Rad durch die Beinkraft von bis zu sieben im Kreis sitzenden Personen angetrieben wird.



Das Gantermobil, welches ab sofort vor dem Lokal "Gleis Eins" ausgestellt ist, setzt beim Radeln Teamwork voraus. FOTO: Konczak

 

 

 

Rund eine Tonne bringt das knallrote Gefährt mit seiner Stahlkonstruktion, den Pedalen und Sätteln, dem Porsche-Lenkgetriebe sowie den Motorrad-Ketten auf die Waage. Dementsprechend geht die Probefahrt beim Lokal "Gleis 1" am Alten Bahnhof nur mit vereinten Kräften von statten. "Die Trittgeschwindigkeit muss eben passen", erklärt Timo Vetter. Der Inhaber einer Werbeagentur hat das sogenannte "Conference Bike" -  eine Konstruktion, welche auf die Idee des amerikanischen Künstlers Eric Staller zurückgeht - nach Ganderkesee geholt. Rund 13.000 Euro musste er für das Siebenrad berappen. Drei weitere Pkw-große Modelle sind bereits für Ihren zukünftigen Einsatz in und um Ganderkesee bei der Hersteller-Firma in Hannover bestellt.

 

Auf das Gantermobil sei Vetter wegen seiner langjährigen Leidenschaft fürs Pedalieren gekommen: "Früher bin ich mit Freunden auf einem Neuner-Tandem Marke Eigenbau unterwegs gewesen", berichtet er. "Nach etlichen Touren hatten sich beim Rad grobe Abnutzungserscheinungen eingeschlichen, die auch wir nicht mehr reparieren konnten."

Also habe er sich umgeschaut und sei bei seinen Recherchen für ein Nachfolgemodell auf das "Conference-Bike" (kurz CoBi) gestoßen. "Ich habe nicht lange überlegen müsse, um zu wissen: Daslässt sich doch auch hier kommerziell vermarkten", sagt Vetter.

Der Werbeexperte sitzt am Steuer des Multi-Bikes und gibt die Richtung vor. Dann geht es los. Mit bis zu 20 Stundenkilometern ist man auf den Straßen und Wegen unterwegs. Beim schnellen Treten - es gibt keine Gangschaltung - muss man auf die Knie des Sitznachbarn aufpassen. "Ohen Teamwork geht nichts", weiß er. Doch gerade das soll das Gantermobil für private und geschäftliche Personengruppen interessant machen. "Einsatzkonzepte gibt es viele", meint Timo Vetter. Egal ob Kegelausflug, Geburtstagsfeier, Grünkohl-Tour, Firmenpromotion oder einfach nur beim Ausflug mit der Familie oder Freunden - "das Gefährt bietet ein spaßig-sportliches Gruppenerlebnis, das ganz subtil auch eine bessere Kommunikationsbasis schafft", so Timo Vetter.

Sogar ein Sonnenschirm lässt sich auf der mittig angebrachten Gepäckablage befestigen, in der sonst bei Ausflügen nicht selten auch eine Flasche Korn oder ähnliches Platz findet. Und wer nicht gerade lenkt, kann sogar ungestraft während der Fahrt das Handy zücken.

Ausführliche Informationen, auch zur Buchung, sind im Internet unter www.gantermobil.de erhältlich.


Anmerkung / kleines Missverständnis: Wir haben keine weiteren drei Räder bestellt. Mit unserem Partner aus Bremerhaven, der drei weitere Conference-Bikes betreibt, können wir Gruppen von bis zu 28 Personen versorgen. Einfach Termin anfragen. Noch eine Korrektur: Das Rad alleine wiegt "nur" 225 kg. Mit den Fahrern ist es für insgesamt 1.000 kg zugelassen. Das gantermobil fährt sich so leicht, dass es sogar von nur einer Person bewegt werden kann.