„Gantermobil“ belebt autofreien Sonntag
Geschrieben von: Thomas Kuzaj/Nordwest Zeitung   
Montag, den 07. September 2009

MUSIK, LUFTBALLONS, GUMMIBÄRCHEN: DER AUTOFREIE SONNTAG IN DER INNENSTADT UND TEILEN DER NEUSTADT VERWANDELTE DIE MARTINISTRAßE IN EINE MEILE MIT BUDEN UND ZELTEN.

 

BREMEN - Straßenfest-Atmosphäre sollte aufkommen. Es gab aber auch Leerlauf. Zur Eröffnung am Vormittag war der Besuch mehr als überschaubar, später wurde es voller.

Fußgänger auf den Radwegen, Radfahrer auf der Straße – alles war etwas anders als sonst.

Die Bürgerschaft hatte den autofreien Tag beschlossen, und am Sonntag war auch schon von regelmäßigen Wiederholungen die Rede – vielleicht mal mit Kulturprogramm oder geöffneten Geschäften. Umwelt- und Verkehrssenator Reinhard Loske (Grüne) kann sich das gut vorstellen.

Offene Geschäfte wären vielleicht am Sonntag schon eine gute Idee gewesen, um dem Straßenfest etwas mehr Straßenleben einzuhauchen.

Kinder reiten auf Eseln, Erwachsene radeln durchs Parkhaus Langenstraße oder auf historischen Hochrädern – das war das Programm.

Zu den Kuriositäten gehörten Elektroroller, die aus der Ferne wie Staubsauger mit Personenbeförderungsmöglichkeit aussehen. Auszuprobieren war alles Mögliche. Hauptsache, es war kein Auto.

Kein Auto ist das „Gantermobil“, ein Pedalgefährt mit Platz für sieben Personen. Erfunden wurde es in Ganderkesee.

Auf dem Fahrrad für sieben Personen sitzen die Pedalritter nicht hintereinander, sondern im Kreis. So kann man sich ja auch viel besser unterhalten – solange einer auf den Verkehr achtet.

Aber auf Autoverkehr musste am Sonntag zwischen 10 und 20 Uhr nicht geachtet werden. Proteste von Autofahrern, die nichts vom autofreien Sonntag gehört hatten und nun überrascht waren, gab es nur sehr vereinzelt.

Überhaupt keine Probleme hatte die Polizei mit dem autofreien Sonntag. „Da haben wir nichts mit zu tun gehabt“, hieß es am Abend. Alles sei ruhig gelaufen, auch Beschwerden seien nicht gekommen.